Das Wichtigste zusammengefasst
- Ein Hörsturz, auch Ohrinfarkt genannt, ist eine plötzlich auftretende, meist einseitige Hörminderung, die oft von Symptomen wie Schwindel oder Tinnitus begleitet wird und vor allem Erwachsene zwischen 40 und 60 Jahren betrifft.
- Ursachen können unter anderem Stress, Durchblutungsstörungen, Infektionen oder ein Knalltrauma sein, wobei die feinen Sinneshärchen im Innenohr und nicht das Trommelfell geschädigt sind.
- Die Beschwerden reichen von dumpfem Hören bis hin zu vollständigem Hörverlust und treten meist ohne Schmerzen auf, können aber den Alltag stark beeinträchtigen.
- In vielen Fällen klingen die Symptome innerhalb weniger Tage von selbst ab, dennoch sollte bei starken Beschwerden oder zusätzlichen neurologischen Symptomen ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
- Eine mögliche Behandlung durch den Arzt umfasst häufig die Gabe von Kortison, um Entzündungen zu hemmen und die Heilung zu beschleunigen.
Was ist ein Hörsturz: Wissenswertes zum sogenannten Ohrinfarkt
Wenn das Hören auf einem Ohr plötzlich eingeschränkt und von unangenehmen Symptomen wie Schwindel und Tinnitus begleitet wird, haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Hörsturz erlitten. Dieser wird auch Ohrinfarkt genannt und kommt vergleichsweise häufig vor: Geschätzt leiden etwa 200.000 Erwachsene in der Bundesrepublik jedes Jahr darunter. Aber was ist ein Hörsturz eigentlich genau, und was können Sie tun, wenn er bei Ihnen auftritt?

Diese Symptome deuten auf einen Ohrinfarkt hin
Ein Hörsturz, auch Ohrinfarkt genannt, tritt häufig bei Erwachsenen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren auf und macht sich für die Betroffenen ohne Ankündigung durch sehr unangenehme Symptome bemerkbar. So kommt es in den meisten Fällen zu einer deutlichen Einschränkung des Hörvermögens auf nur einem Ohr.
Es kann unter anderem sein, dass Sie einseitig alles nur noch gedämpft hören. Eventuell hören Sie auch nur noch hohe Töne und können tiefere Frequenzen nicht mehr wahrnehmen. Unter Umständen ist auch ein vollständiger Hörverlust auf einem Ohr möglich. Weiterhin treten bei manchen Menschen Beschwerden wie Schwindelgefühle und Benommenheit auf. Diese können das Wohlbefinden und den Alltag deutlich beeinträchtigen.
Welche Ursachen können einen Ohrinfarkt hervorrufen?
Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, warum es zu einem Hörsturz kommt. Dazu gehört zum Beispiel ein übermäßig hoher Stresslevel, aber auch ein Verschleiß im Bereich der Halswirbelsäule oder Durchblutungsstörungen können zu einem plötzlichen Ohrinfarkt führen.
Haben Sie auf der Arbeit oder auf einer Veranstaltung ein sogenanntes Knalltrauma erlitten, ist es ebenfalls sehr wahrscheinlich, dass es zu einem Ohrinfarkt kommt. Aber auch virale sowie bakterielle Infektionen können negativen Einfluss auf das Hörvermögen nehmen.
Nachweislich verantwortlich für Hörstürze sind etwa:
- HIV und AIDS
- Herpesinfektionen
- Mumps
- Grippe und vergleichbare grippale Infekte
- Masern
Beim Ohrinfarkt wird das Trommelfell selten beeinträchtigt
Die meisten Menschen mit plötzlich auftretenden Hörproblemen fürchten, dass ihr Trommelfell in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das ist bei einem Hörsturz aber vorwiegend nicht der Fall: Betroffen sind stattdessen die feinen Sinneshärchen, die sich in unserem Innenohr befinden.
Diese haben die Aufgabe, Geräusche, die auf das Ohr auftreffen, an das Gehirn zu übermitteln, wo sie entsprechend verarbeitet werden. Kommt es zu einem Ohrinfarkt, sind diese sehr empfindlichen Härchen in ihrer Funktion gestört, wodurch die Symptome auftreten. Wie stark sich die Beschwerden im Einzelfall äußern, kann deutlich variieren.
Während manche Patienten ausschließlich unter einem dumpfen Hören leiden, klagen andere über einen vollständigen Hörverlust und starken Schwindel. Schmerzen verursacht der Ohrinfarkt dagegen übrigens nur sehr selten.
Was tun, wenn Sie von einem Ohrinfarkt betroffen sind?
Treten bei Ihnen die genannten Symptome auf, müssen Sie nicht zwangsläufig einen Ohrenarzt aufsuchen. Statistiken zeigen, dass Hörstürze häufig innerhalb weniger Tage von selbst abklingen, ohne dass eine medizinische Behandlung erforderlich ist. Anders sieht es aber aus, wenn Sie sehr unter den auftretenden Beschwerden leiden und etwa Ihren Alltag nicht mehr bewältigen können.
Bestehen bereits Vorerkrankungen im Bereich der Ohren, ist es dagegen ratsam, sich in professionelle Hände zu begeben. Das gilt auch dann, wenn Schwindel und Hörverlust von Sprachstörungen oder Schwierigkeiten mit der Motorik begleitet werden: Dann könnte es auch sein, dass Sie einen Schlaganfall erlitten haben.
Was macht der Arzt: So wird ein Ohrinfarkt behandelt
Klingen die Symptome binnen weniger Tage ab, ohne dass es zu Begleiterscheinungen kommt, benötigen Sie für Ihren Ohrinfarkt keine spezielle Behandlung, sollten sich während dieser Zeit aber möglichst schonen, um den Körper bei der Heilung zu unterstützen. Suchen Sie einen Ohrenarzt auf, wird dieser Sie zunächst gründlich untersuchen. Wird die vermutete Diagnose bestätigt, erfolgt häufig die Verordnung von Kortison, da es sowohl abschwellend als auch entzündungshemmend wirkt und die Dauer der Beschwerden deutlich verkürzen kann.
Meist bedeutet dies, dass Sie für die Dauer einiger Tage Tabletten einnehmen müssen. Ebenso sind Spritzen mit entsprechenden Präparaten verfügbar, die direkt in den betroffenen Bereich injiziert werden und so noch schneller und effektiver wirken können.
FAQ
Ein Hörsturz gilt nicht immer als klassischer Notfall, sollte aber dennoch schnell ärztlich abgeklärt werden. Wenn Sie plötzlich schlechter hören, ein Druckgefühl im Ohr oder Ohrgeräusche bemerken, ist es wichtig, zeitnah zu handeln. Je früher eine Untersuchung erfolgt, desto besser sind die Chancen auf eine vollständige Erholung.
Ja, in einigen Fällen kann sich ein Hörsturz von selbst zurückbilden. Besonders leichte Formen verbessern sich manchmal ohne Behandlung innerhalb weniger Tage. Dennoch sollten Sie nicht abwarten, sondern eine fachärztliche Abklärung vornehmen lassen, um mögliche Ursachen zu erkennen und gezielt zu behandeln.
Die Dauer eines Hörsturzes kann unterschiedlich sein. Manche Betroffene bemerken bereits nach wenigen Tagen eine Besserung, bei anderen kann es mehrere Wochen dauern. Entscheidend ist, wie früh eine Behandlung beginnt und wie stark das Hörvermögen beeinträchtigt ist.
Die Behandlung richtet sich nach der individuellen Situation. Häufig kommen durchblutungsfördernde Maßnahmen oder entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Wichtig ist eine frühzeitige Diagnose. Wir vom Hörstudio Rhein Main unterstützen Sie ergänzend mit Hörtests und beraten Sie zu möglichen nächsten Schritten.
Stress wird als möglicher Risikofaktor für einen Hörsturz angesehen. Anhaltende Belastung kann den Körper beeinflussen und sich auch auf das Innenohr auswirken. Deshalb ist es sinnvoll, Stress zu reduzieren und auf ausreichend Erholung zu achten.
Ein erneuter Hörsturz ist grundsätzlich möglich, tritt aber nicht bei allen Betroffenen auf. Wer bereits einmal betroffen war, sollte besonders auf Warnsignale achten und bei ersten Anzeichen frühzeitig reagieren. Regelmäßige Kontrollen des Hörvermögens können helfen, Veränderungen rechtzeitig zu erkennen.
Ruhe kann den Heilungsprozess unterstützen, da sie hilft, den Körper zu entlasten und Stress zu reduzieren. Dennoch ersetzt sie keine medizinische Abklärung. Eine Kombination aus ärztlicher Behandlung und ausreichend Erholung ist in der Regel am sinnvollsten.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste zusammengefasst
- Was ist ein Hörsturz: Wissenswertes zum sogenannten Ohrinfarkt
- Diese Symptome deuten auf einen Ohrinfarkt hin
- Welche Ursachen können einen Ohrinfarkt hervorrufen?
- Beim Ohrinfarkt wird das Trommelfell selten beeinträchtigt
- Was tun, wenn Sie von einem Ohrinfarkt betroffen sind?
- FAQ
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