Das Wichtigste zusammengefasst
- Otosklerose ist eine Erkrankung des Mittelohrs, bei der die Gehörknöchelchen zunehmend versteifen und dadurch die Schallweiterleitung beeinträchtigt wird.
- Typische Symptome sind ein schleichender Hörverlust, Tinnitus sowie Schwierigkeiten beim Verstehen von Gesprächen, besonders in ruhiger Umgebung.
- Die Beschwerden entwickeln sich meist langsam und betreffen im Verlauf häufig beide Ohren.
- Hörgeräte können die Symptome der Otosklerose wirkungsvoll ausgleichen, indem sie Sprache gezielt verstärken und das Sprachverstehen im Alltag verbessern.
- Je früher Hörveränderungen erkannt werden, desto besser lassen sich passende Behandlungsmöglichkeiten und Hörlösungen finden.
Was ist Otosklerose?

Die Otosklerose ist eine Erkrankung des Mittelohrs, bei der es zu einer Verknöcherung der Gehörknöchelchen kommt. Besonders häufig ist der sogenannte Steigbügel betroffen. Dadurch kann der Schall nicht mehr richtig an das Innenohr weitergeleitet werden. Das Hörvermögen verschlechtert sich meist langsam und bleibt anfangs oft unbemerkt.
Typisch für eine Otosklerose ist, dass sich die Symptome schleichend entwickeln. Viele Betroffene bemerken zunächst leichte Hörprobleme oder haben Schwierigkeiten, Gespräche in lauter Umgebung zu verstehen. In rund 80 Prozent der Fälle sind beide Ohren betroffen.
Welche Symptome treten bei Otosklerose auf?
Die Symptome einer Otosklerose entwickeln sich meist langsam über einen längeren Zeitraum. Viele Betroffene bemerken die Veränderungen zunächst nur im Alltag, etwa bei Gesprächen oder beim Fernsehen.
Je früher die Beschwerden erkannt werden, desto besser lässt sich die Hörsituation einschätzen und versorgen.
Schleichender Hörverlust
Das häufigste und oft erste Anzeichen einer Otosklerose ist ein langsam zunehmender Hörverlust. Besonders leise Töne, Flüstern oder tiefe Stimmen werden schlechter verstanden. Viele Betroffene merken zunächst nur, dass Gespräche anstrengender werden oder häufiger nachgefragt werden muss.
Betroffenheit beider Ohren
Die Erkrankung beginnt häufig zunächst auf einer Seite. Im weiteren Verlauf breitet sich die Otosklerose jedoch bei vielen Menschen auch auf das zweite Ohr aus. Dadurch nehmen die Symptome mit der Zeit oft weiter zu.
Tinnitus
Mehr als die Hälfte der Betroffenen leidet zusätzlich unter Ohrgeräuschen. Typisch sind ein tiefes Sausen, Brummen oder Rauschen im Ohr. Der Tinnitus kann dauerhaft auftreten oder unterschiedlich stark wahrgenommen werden.
Besseres Hören bei Lärm
Ein besonderes Merkmal der Otosklerose ist die sogenannte Paracusis Willisii. Dabei verstehen Betroffene Gespräche in lauter Umgebung manchmal besser als in ruhiger Umgebung. Das liegt unter anderem daran, dass tiefe Hintergrundgeräusche gedämpft werden und Gesprächspartner automatisch lauter sprechen.
Auffallend leises Sprechen
Viele Menschen mit Otosklerose sprechen selbst ungewöhnlich leise. Die eigene Stimme wird über die Knochenleitung im Kopf oft als sehr laut wahrgenommen, obwohl sie für andere eher leise klingt.
Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
In manchen Fällen greifen die knöchernen Veränderungen auch auf das Innenohr über. Dann können zusätzlich Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen auftreten. Diese Symptome betreffen etwa ein Drittel der Patienten.
Wie helfen Hörgeräte bei Otosklerose?

Bei einer Otosklerose wird die Schallweiterleitung im Mittelohr eingeschränkt. Hörgeräte können dabei helfen, die entstehenden Hörverluste gezielt auszugleichen und das Verstehen im Alltag deutlich zu verbessern. Besonders in frühen Stadien profitieren viele Betroffene von einer modernen Hörgeräteversorgung.
Wie hilft das Hörgerät?
Ein Hörgerät unterstützt das Hören auf verschiedene Weise. Es verstärkt Sprache und wichtige Umgebungsgeräusche, damit Gespräche wieder klarer wahrgenommen werden können. Gleichzeitig lassen sich bestimmte Frequenzen gezielt anheben, wenn diese durch die Otosklerose schlechter gehört werden.
Dadurch verbessert sich vor allem das Sprachverstehen, etwa bei Unterhaltungen mit mehreren Personen oder in geräuschvoller Umgebung. Viele Betroffene empfinden den Alltag dadurch als deutlich entspannter und weniger anstrengend.
Da das Innenohr bei einer Otosklerose anfangs häufig noch gut funktioniert, sprechen viele Patienten sehr gut auf Hörgeräte an. Die Symptome lassen sich dadurch oft wirkungsvoll ausgleichen.
Welche Hörgeräte werden genutzt?
Welche Hörlösung geeignet ist, hängt vom Grad der Hörminderung und den individuellen Bedürfnissen ab. Häufig werden klassische Hinter-dem-Ohr-Geräte eingesetzt. Sie bieten eine zuverlässige Verstärkung und viele technische Anpassungsmöglichkeiten.
Auch kleine Im-Ohr-Geräte kommen bei Otosklerose infrage. Sie sitzen direkt im Ohr und sind im Alltag besonders unauffällig.
Bei einer stärkeren Schallleitungsstörung können zudem spezielle Knochenleitungssysteme sinnvoll sein. Diese leiten den Schall über den Schädelknochen direkt an das Innenohr weiter.
Wir vom Hörstudio Rhein Main beraten Sie gerne persönlich zu passenden Hörgeräten bei Otosklerose und unterstützen Sie dabei, eine komfortable Lösung für Ihre Symptome und Ihren Alltag zu finden.
FAQ
Zu den ersten Symptomen einer Otosklerose gehört meist ein schleichender Hörverlust. Betroffene bemerken häufig zunächst, dass leise Geräusche, tiefe Stimmen oder Gespräche in größerer Runde schlechter verstanden werden. Auch Ohrgeräusche wie ein leises Brummen oder Rauschen können früh auftreten.
Ja, eine Otosklerose führt in der Regel zu einer Einschränkung des Hörvermögens. Da die Beweglichkeit der Gehörknöchelchen eingeschränkt wird, kann der Schall nicht mehr optimal weitergeleitet werden. Wie stark der Hörverlust ausfällt, kann jedoch individuell unterschiedlich sein.
Die Erkrankung tritt häufig zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Viele Menschen bemerken die ersten Symptome allerdings erst später, da sich die Veränderungen meist langsam entwickeln.
Stress gilt nicht als direkte Ursache der Otosklerose. Viele Betroffene berichten jedoch, dass Beschwerden wie Tinnitus oder die allgemeine Hörbelastung in stressigen Phasen stärker wahrgenommen werden können. Entspannung und ein bewusster Umgang mit Belastungen können daher hilfreich sein.
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