Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste zusammengefasst
- Das absolute Gehör ist die seltene Fähigkeit, Töne exakt zu erkennen oder zu singen, ohne dabei einen Referenzton zu benötigen.
- Es kann angeboren, erlernt oder durch frühes Training und sprachliche Prägung gefördert sein, wobei Forschende unterschiedliche Theorien vertreten.
- Menschen mit absolutem Gehör profitieren von einem präzisen Tonempfinden, zeigen jedoch oft eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Verstimmungen.
- Auch wenn das absolute Gehör faszinierend ist, spielt das relative Gehör eine ebenso wichtige Rolle, da es das musikalische Verständnis und die emotionale Wahrnehmung von Musik fördert.
Was ist ein absolutes Gehör?

Ein absolutes Gehör ist eine außergewöhnliche musikalische Fähigkeit, die nur sehr wenige Menschen besitzen. Sie beschreibt das Talent, einen Ton exakt zu erkennen und zu benennen, ohne dass dafür ein Referenzton benötigt wird. Wenn beispielsweise jemand eine Taste auf dem Klavier anschlägt, können Menschen mit absolutem Gehör sofort sagen, um welche Note es sich handelt, ganz gleich, ob es ein A, C oder Fis ist.
Auch das spontane Singen eines bestimmten Tons gehört zu dieser beeindruckenden Begabung. Während in einem Chor üblicherweise der Chorleiter einen Ton vorgibt, um die Tonhöhe für alle festzulegen, wäre das bei Sängerinnen und Sängern mit absolutem Gehör nicht nötig. Sie könnten die gewünschte Note allein aufgrund der Angabe singen, und das präzise in der richtigen Tonlage.
Warum das absolute Gehör ein besonderer Vorteil ist
Ein absolutes Gehör kann im musikalischen Alltag ein großer Vorteil sein. Menschen mit dieser besonderen Fähigkeit können Töne präzise identifizieren und sich Tonfolgen perfekt merken. So ist es möglich, ein Musikstück allein nach dem Hören später originalgetreu aufzuschreiben oder eine Melodie zu komponieren, ohne ein Instrument zur Hand zu haben.
Wie Resende de Souza erklärt, ist das absolute Gehör jedoch nicht nur eine Stärke, sondern auch eine Herausforderung. Während es die exakte Tonerkennung ermöglicht, spielt das sogenannte relative Gehör eine entscheidende Rolle, wenn es um Kreativität, Ausdruck und das Gefühl für Musik geht. Wer ausschließlich ein absolutes Gehör nutzt, erlebt Musik manchmal eher analytisch, Töne werden exakt erkannt, aber nicht immer emotional empfunden.
Gerade deshalb ist es wichtig, beide Fähigkeiten im Gleichgewicht zu halten. Ein trainiertes relatives Gehör hilft dabei, die emotionale Seite der Musik wieder stärker zu erleben und das musikalische Empfinden zu vertiefen.
Absolutes Gehör: Angeboren oder erlernt?
Ob das absolute Gehör eine angeborene Begabung oder das Ergebnis gezielten Trainings ist, darüber sind sich Forschende bis heute nicht einig. Die Studienlage ist schwierig, da es nur wenige Menschen mit dieser besonderen Fähigkeit gibt.
Dennoch lassen sich vier interessante Theorien unterscheiden, die unterschiedliche Perspektiven beleuchten.
Theorie 1: Jedes Kind startet mit einem perfekten Gehör
Einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass alle Menschen mit einem absoluten Gehör geboren werden. Demnach verfügen alle Kleinkinder über diese Fähigkeit, nutzen sie im Alltag jedoch kaum, da sie keine unmittelbaren Vorteile bietet. Mit der Zeit verkümmert das absolute Gehör bei den meisten Menschen, weil es ohne gezielte Förderung nicht benötigt wird.
Theorie 2: Frühes Training als Schlüssel
Andere Forschende sehen im frühen musikalischen Training den entscheidenden Faktor. Nur wer bereits in der Kindheit regelmäßig Töne übt und Gehörbildung erfährt, kann ein absolutes Gehör entwickeln und dauerhaft erhalten. Das Beispiel von Mozart, der schon als Kind intensiv musikalisch gefördert wurde, stützt diese Annahme. Wahrscheinlich ist eine Kombination aus Veranlagung und Training ausschlaggebend.
Theorie 3: Die Bedeutung der Gene
Manche Menschen besitzen ein absolutes Gehör, obwohl sie nie gezielt Musikunterricht hatten. Dies spricht dafür, dass auch die genetische Veranlagung eine Rolle spielt. Studien zeigen, dass das absolute Gehör in einigen Familien gehäuft vorkommt. Wenn also nahe Verwandte diese Fähigkeit haben, steigt die Wahrscheinlichkeit, sie selbst ebenfalls zu besitzen.
Theorie 4: Einfluss der Muttersprache
Interessant ist auch der Zusammenhang zwischen Sprache und Hörvermögen. Untersuchungen zeigen, dass Menschen, deren Muttersprache eine tonale Sprache wie Mandarin ist, deutlich häufiger über ein absolutes Gehör verfügen. In solchen Sprachen verändert die Tonhöhe die Bedeutung eines Wortes, ein Trainingseffekt, der bereits in der frühen Kindheit entsteht. Dadurch lernen Kinder, Tonhöhen präzise zu unterscheiden und mit bestimmten Bedeutungen zu verbinden.
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