Das Wichtigste in Kürze
- Hörgeräte entfalten ihre volle Wirkung nur, wenn sie regelmäßig getragen, richtig eingesetzt und konsequent gepflegt werden.
- Die Eingewöhnung braucht Zeit. Ungewohnte Höreindrücke in den ersten Tagen sind normal, anhaltende Beschwerden sollten jedoch fachlich überprüft werden.
- Viele Hörprobleme lassen sich nicht allein durch eine höhere Lautstärke lösen. Häufig sind eine individuelle Feinanpassung oder eine Optimierung der Hörprogramme sinnvoll.
- Regelmäßige Reinigung sowie der rechtzeitige Wechsel von Cerumenfiltern und Schirmchen tragen dazu bei, dass Hörgeräte zuverlässig funktionieren und eine gute Hörqualität erhalten bleibt.
Die häufigsten Fehler beim Tragen von Hörgeräten – und wie Sie sie vermeiden
Moderne Hörgeräte können Ihre Lebensqualität deutlich verbessern. Sie erleichtern Gespräche, machen wichtige Alltagsgeräusche wieder hörbar und geben mehr Sicherheit im sozialen Miteinander. Damit Hörsysteme ihr volles Potenzial entfalten können, kommt es jedoch nicht nur auf die Technik an. Auch die richtige Nutzung im Alltag spielt eine wichtige Rolle.
Viele Schwierigkeiten entstehen nicht durch das Hörgerät selbst, sondern durch kleine Fehler bei der täglichen Anwendung, der Pflege oder während der Eingewöhnung. Manche Menschen tragen ihre Hörgeräte nur gelegentlich, andere verändern ausschließlich die Lautstärke, wenn das Hören nicht optimal funktioniert. Wieder andere gewöhnen sich an ein Pfeifen, Druckstellen oder einen unnatürlichen Klang, anstatt die Ursache überprüfen zu lassen.
Dabei lassen sich viele dieser Probleme mit wenigen Anpassungen beheben. Hörgeräte sind individuell angepasste Hörsysteme, die exakt auf Ihren Hörverlust und Ihre persönlichen Hörsituationen abgestimmt werden. Damit sie zuverlässig funktionieren, sollten sowohl die Einstellungen als auch der Sitz und die Handhabung regelmäßig überprüft werden. Wir vom Hörstudio Rhein Main unterstützen Sie dabei, das Beste aus Ihren Hörgeräten herauszuholen.
Fehler 1: Die Hörgeräte nur gelegentlich tragen

Ein häufiger Fehler besteht darin, Hörgeräte nur bei besonderen Anlässen zu tragen. Für ein Familienfest, einen Restaurantbesuch oder einen wichtigen Termin werden die Hörsysteme eingesetzt, im Alltag bleiben sie dagegen oft ungenutzt.
Dieses Verhalten ist gut nachvollziehbar. Besonders in der Anfangszeit wirken viele Geräusche ungewohnt. Das Rascheln von Papier, Schritte auf dem Boden, klapperndes Geschirr oder sogar die eigene Stimme werden plötzlich wieder deutlich wahrgenommen. Diese neue Klangvielfalt kann zunächst anstrengend sein und dazu führen, dass die Hörgeräte nur in vermeintlich wichtigen Situationen getragen werden.
Genau das kann die Eingewöhnung jedoch erschweren. Das Gehirn muss sich erst daran gewöhnen, die neuen Höreindrücke richtig einzuordnen. Es lernt, Sprache besser von Hintergrundgeräuschen zu unterscheiden, vertraute Klänge wiederzuerkennen und die veränderte Wahrnehmung der eigenen Stimme zu verarbeiten. Dieser Anpassungsprozess wird durch das regelmäßige Tragen der Hörgeräte unterstützt.
Wer seine Hörgeräte nur gelegentlich nutzt, beginnt mit jeder Tragephase praktisch wieder von vorn. Gerade laute Umgebungen mit vielen Stimmen und Hintergrundgeräuschen sind für die Eingewöhnung besonders anspruchsvoll. Deshalb ist es sinnvoll, sich zunächst auch in ruhigen Alltagssituationen an die Hörsysteme zu gewöhnen.
So machen Sie es besser
Tragen Sie Ihre Hörgeräte möglichst täglich und in unterschiedlichen Alltagssituationen. Beginnen Sie bei Bedarf in einer ruhigen Umgebung und verlängern Sie die Tragedauer Schritt für Schritt. Mit der Zeit wird das regelmäßige Tragen zu einer festen Gewohnheit und Ihr Gehirn kann sich besser an die neuen Höreindrücke anpassen.
Sollten einzelne Geräusche dauerhaft als unangenehm, zu scharf oder zu laut empfunden werden, verzichten Sie nicht auf Ihre Hörgeräte. Vereinbaren Sie stattdessen einen Termin im Hörstudio Rhein Main. Häufig lässt sich das Klangbild durch eine gezielte Feinanpassung deutlich verbessern, sodass das Tragen wieder angenehmer wird.
Fehler 2: Zu hohe Erwartungen an den ersten Tag stellen
Viele Menschen erwarten, dass sie mit ihren neuen Hörgeräten sofort wieder genauso hören wie vor ihrem Hörverlust. Gespräche sollen auf Anhieb in jeder Umgebung leicht verständlich sein und alle Geräusche natürlich klingen. Diese Erwartung ist verständlich, entspricht jedoch meist nicht der Realität.
Moderne Hörgeräte können das Hören deutlich verbessern, ein gesundes Gehör jedoch nicht vollständig ersetzen. Besonders nach einem länger bestehenden Hörverlust benötigt das Gehirn Zeit, um sich an die wiedergewonnene Klangvielfalt zu gewöhnen.
In den ersten Tagen können die Höreindrücke deshalb ungewohnt sein. Sprache wird oft klarer verstanden, gleichzeitig wirken Alltagsgeräusche plötzlich sehr präsent. Auch die eigene Stimme kann zunächst fremd, dumpf oder lauter als gewohnt klingen. Manche Menschen nehmen erstmals seit Jahren wieder Geräusche wie Vogelstimmen, das Ticken einer Uhr oder das Rascheln der Kleidung beim Gehen bewusst wahr.
Diese Eindrücke bedeuten nicht automatisch, dass die Hörgeräte falsch eingestellt sind. Häufig gehören sie zur Eingewöhnung. Dennoch sollten anhaltende Beschwerden wie Schmerzen, dauerhaft übermäßig laute Geräusche oder ein deutlich verzerrter Klang nicht hingenommen werden. In solchen Fällen ist eine Überprüfung und gegebenenfalls eine Feinanpassung sinnvoll.
So machen Sie es besser
Betrachten Sie die Anpassung Ihrer Hörgeräte als einen schrittweisen Prozess. Achten Sie bewusst darauf, in welchen Situationen das Hören bereits gut funktioniert und wo noch Schwierigkeiten bestehen. Notieren Sie sich dabei möglichst konkrete Beobachtungen, zum Beispiel:
- In welcher Situation ist das Problem aufgetreten?
- Wer hat gesprochen?
- Wie groß war die Entfernung zur sprechenden Person?
- Gab es störende Hintergrundgeräusche?
- War die Sprache zu leise, undeutlich oder unnatürlich?
- Trat das Problem auf beiden Ohren oder nur auf einer Seite auf?
Je genauer Sie Ihre Erfahrungen beschreiben, desto gezielter kann Ihr Hörakustiker die Einstellungen Ihrer Hörgeräte anpassen. Wir vom Hörstudio Rhein Main nehmen uns Zeit, gemeinsam mit Ihnen die passende Lösung für Ihren Höralltag zu finden.
Fehler 3: Die Hörgeräte falsch einsetzen
Damit Hörgeräte optimal funktionieren, müssen sie korrekt im oder hinter dem Ohr sitzen. Schon eine leicht falsche Position kann den Klang, den Tragekomfort und den sicheren Halt beeinträchtigen.
Bei Hinter dem Ohr Hörgeräten muss das Gehäuse richtig hinter der Ohrmuschel liegen. Der Lautsprecher, das Schirmchen oder das individuell angepasste Ohrpassstück sollten vollständig und in der vorgesehenen Position im Gehörgang sitzen. Bei Im Ohr Hörgeräten ist es wichtig, dass das maßgefertigte Gehäuse korrekt eingesetzt wird.
Sitzt das Hörgerät nicht richtig, kann es sich locker anfühlen, verrutschen oder pfeifende Geräusche verursachen. Auch ein verdrehter Schlauch oder ein falsch sitzender Lautsprecher können die Klangqualität beeinträchtigen. Wird das Hörgerät dagegen mit zu viel Druck eingesetzt, können Druckstellen oder Schmerzen entstehen.
Besonders Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit der Finger, verminderter Sensibilität in den Händen oder Sehproblemen haben manchmal Schwierigkeiten beim Einsetzen. Mit der richtigen Technik und etwas Übung lässt sich das jedoch häufig gut bewältigen. Auch ein Spiegel, eine gute Beleuchtung oder passende Hilfsmittel können den Alltag erleichtern.
So machen Sie es besser
Lassen Sie sich das Einsetzen und Herausnehmen Ihrer Hörgeräte in Ihrem Hörakustik Fachgeschäft genau erklären und üben Sie die einzelnen Handgriffe unter Anleitung. Fragen Sie auch, woran Sie erkennen können, dass Ihre Hörgeräte korrekt sitzen.
Eine feste Reihenfolge kann dabei helfen:
- Prüfen Sie, welches Hörgerät für das rechte und welches für das linke Ohr bestimmt ist.
- Kontrollieren Sie Schirmchen, Ohrpassstück, Schlauch und Gehäuse auf sichtbare Verschmutzungen oder Beschädigungen.
- Setzen Sie den Ohrteil vorsichtig und ohne Druck in den Gehörgang ein.
- Positionieren Sie das Hörgerät entsprechend der jeweiligen Bauform.
- Kontrollieren Sie, ob das Hörgerät sicher und bequem sitzt.
Rutscht ein Hörgerät regelmäßig heraus, pfeift es häufig oder verursacht Druckstellen, sollte der Sitz überprüft werden. Wir vom Hörstudio Rhein Main kontrollieren die Passform und beraten Sie, ob beispielsweise ein anderes Schirmchen, ein Haltefaden oder ein neu angepasstes Ohrpassstück für einen besseren Sitz sorgen kann.
Fehler 4: Rechts und links verwechseln
Wer auf beiden Ohren Hörgeräte trägt, kann die Geräte im Alltag versehentlich vertauschen. Das wirkt zunächst unproblematisch, kann die Hörleistung jedoch deutlich beeinträchtigen.
Da ein Hörverlust auf beiden Ohren häufig unterschiedlich ausgeprägt ist, wird jedes Hörgerät individuell auf die jeweilige Seite eingestellt. Auch Ohrpassstücke und Im Ohr Hörgeräte sind an die Anatomie des rechten beziehungsweise linken Ohres angepasst.
Werden die Hörgeräte vertauscht, können sie unangenehm sitzen oder Druckstellen verursachen. Auch pfeifende Geräusche, eine veränderte Klangwahrnehmung oder Einschränkungen beim räumlichen Hören können die Folge sein. Funktionen wie die Richtwirkung der Mikrofone arbeiten dann möglicherweise nicht wie vorgesehen.
Damit es gar nicht erst zu Verwechslungen kommt, sind viele Hörgeräte farblich gekennzeichnet. In der Regel steht Rot für das rechte Ohr und Blau für das linke Ohr. Je nach Modell befindet sich die Markierung am Gehäuse, im Batteriefach, am Lautsprecher oder am Ohrpassstück.
So machen Sie es besser
Machen Sie sich mit der Kennzeichnung Ihrer Hörgeräte vertraut und achten Sie beim Einsetzen auf die richtige Zuordnung. Es hilft außerdem, beide Hörgeräte nach dem Herausnehmen immer an derselben Stelle im Etui oder in der Ladestation abzulegen. Eine feste Routine erleichtert den Alltag und verhindert Verwechslungen.
Fehler 5: Die Lautstärke ständig manuell verändern
Moderne Hörgeräte passen ihre Signalverarbeitung in vielen Hörsituationen automatisch an die Umgebung an. Trotzdem verändern manche Nutzer die Lautstärke sehr häufig. Sie stellen die Hörgeräte lauter, wenn Gespräche schwer verständlich sind, und wieder leiser, sobald einzelne Geräusche als störend empfunden werden.
Dabei hängt gutes Sprachverstehen nicht allein von der Lautstärke ab. Wird die Verstärkung erhöht, werden häufig auch Hintergrundgeräusche lauter. Eine undeutliche Stimme wird dadurch nicht automatisch besser verständlich. Im Gegenteil, eine dauerhaft zu hohe Lautstärke kann das Hören zusätzlich anstrengend machen.
Auch eine dauerhaft zu niedrige Einstellung kann nachteilig sein. Werden die Hörgeräte regelmäßig deutlich leiser genutzt als bei der Anpassung vorgesehen, können wichtige Sprachanteile verloren gehen und das Sprachverstehen verschlechtern.
Wenn Sie die Lautstärke mehrmals täglich deutlich verändern müssen, ist das häufig ein Hinweis darauf, dass die Grundeinstellungen oder ein Hörprogramm noch nicht optimal zu Ihrem Alltag passen.
So machen Sie es besser
Nutzen Sie die Lautstärkeregelung so, wie sie Ihnen bei der Anpassung erklärt wurde. Kleinere Änderungen für einzelne Hörsituationen sind bei vielen Hörgeräten sinnvoll und vorgesehen. Müssen Sie jedoch regelmäßig stärker nachregeln, sollten Sie dies bei Ihrem nächsten Termin ansprechen.
Viele moderne Hörgeräte verfügen über verschiedene Hörprogramme für unterschiedliche Alltagssituationen, zum Beispiel für ruhige Gespräche, Musik oder geräuschvolle Umgebungen. Wir vom Hörstudio Rhein Main prüfen gerne, ob eine Anpassung der Automatik, der Mikrofone oder einzelner Frequenzbereiche Ihr Hörerlebnis weiter verbessern kann.
Fehler 6: Jedes Hörproblem auf die Lautstärke zurückführen
Viele Menschen gehen davon aus, dass Hörprobleme allein mit einer zu geringen Lautstärke zusammenhängen. Tatsächlich sind Lautstärke und Sprachverstehen jedoch zwei unterschiedliche Dinge. Häufig wird eine Stimme zwar gut gehört, einzelne Wörter bleiben aber trotzdem schwer verständlich.
Der Grund liegt oft darin, dass bei einer Schwerhörigkeit bestimmte Frequenzbereiche stärker betroffen sind als andere. Vor allem Konsonanten wie „s“, „f“, „sch“, „t“ oder „k“ enthalten wichtige Informationen, um Wörter voneinander zu unterscheiden. Werden diese Laute nicht deutlich wahrgenommen, können ähnlich klingende Begriffe leicht verwechselt werden, obwohl die Stimme insgesamt laut genug erscheint.
Auch die Hörumgebung spielt eine wichtige Rolle. Hintergrundgeräusche, Nachhall, die Entfernung zum Gesprächspartner oder eine ungünstige Raumakustik können das Sprachverstehen zusätzlich erschweren. Hörgeräte unterstützen dabei, diese Herausforderungen zu bewältigen, sie können sie jedoch nicht vollständig ausgleichen.
So machen Sie es besser
Beschreiben Sie Ihrem Hörakustiker möglichst genau, welche Schwierigkeiten auftreten. Statt nur zu sagen, dass etwas zu leise ist, hilft es, die Art des Problems genauer zu schildern. Klingt Sprache beispielsweise dumpf, scharf, verzerrt oder undeutlich? Tritt das Problem nur in bestimmten Situationen auf?
Darüber hinaus können Sie selbst zu besseren Gesprächsbedingungen beitragen:
- Halten Sie möglichst Blickkontakt zu Ihrem Gesprächspartner.
- Reduzieren Sie störende Hintergrundgeräusche, wenn möglich.
- Verringern Sie den Abstand zur sprechenden Person.
- Wählen Sie in Restaurants oder Cafés einen möglichst ruhigen Platz mit guter Beleuchtung.
- Bitten Sie Ihr Gegenüber, deutlich und in normalem Sprechtempo zu sprechen, statt lauter zu werden.
- Nutzen Sie bei Bedarf passendes Zubehör, zum Beispiel ein externes Mikrofon oder eine geeignete Übertragungslösung.
Wenn Sie trotz optimaler Gesprächsbedingungen regelmäßig Verständigungsprobleme haben, unterstützen wir Sie im Hörstudio Rhein Main dabei, die Ursache zu finden und Ihre Hörgeräte optimal auf Ihren Alltag abzustimmen.
Fehler 7: Nur ein Hörgerät tragen, obwohl zwei empfohlen wurden

Sind beide Ohren von einem behandlungsbedürftigen Hörverlust betroffen, wird häufig eine beidseitige Hörgeräteversorgung empfohlen. Trotzdem entscheiden sich manche Menschen dafür, nur ein Hörgerät zu tragen, beispielsweise aus Bequemlichkeit oder weil sie den Eindruck haben, dass ein Gerät ausreicht.
Dabei hat das Hören mit beiden Ohren wichtige Vorteile. Das Gehirn verarbeitet die Höreindrücke beider Seiten gemeinsam. Dadurch fällt es leichter, die Richtung von Geräuschen zu erkennen und Sprache auch in anspruchsvollen Hörsituationen besser zu verstehen. Wird dauerhaft nur ein Ohr versorgt, kann das Hören unausgewogen wirken und das räumliche Hören eingeschränkt sein.
Auch wenn bereits zwei Hörgeräte vorhanden sind, kommt es vor, dass eines der Geräte über längere Zeit nicht genutzt wird. Ursache sind häufig eine leere Batterie, ein verschmutzter Filter, ein technisches Problem oder ein als unangenehm empfundener Sitz. Solche Schwierigkeiten sollten möglichst zeitnah überprüft werden, damit beide Hörgeräte wieder zuverlässig genutzt werden können.
So machen Sie es besser
Tragen Sie die Hörgeräte so, wie sie auf Grundlage Ihres Hörtests und Ihrer persönlichen Hörsituation empfohlen wurden. Sollte eines der Geräte nicht richtig funktionieren oder unangenehm sitzen, verzichten Sie nicht dauerhaft darauf, sondern lassen Sie die Ursache überprüfen.
Wir vom Hörstudio Rhein Main unterstützen Sie dabei, technische Probleme zu beheben, die Passform zu kontrollieren und Ihre Hörgeräte bei Bedarf neu einzustellen. So können Sie die Vorteile einer beidseitigen Versorgung im Alltag optimal nutzen.
Fehler 8: Pfeifen und Rückkopplungen einfach hinnehmen
Ein kurzes Pfeifen beim Einsetzen des Hörgeräts oder wenn es mit der Hand abgedeckt wird, ist in vielen Fällen unbedenklich. Tritt das Pfeifen jedoch regelmäßig oder dauerhaft auf, sollte dies nicht als normal hingenommen werden.
Eine Rückkopplung entsteht, wenn verstärkter Schall erneut vom Mikrofon aufgenommen und nochmals verstärkt wird. Moderne Hörgeräte verfügen zwar über wirksame Systeme zur Reduzierung solcher Rückkopplungen, dennoch können verschiedene Ursachen ein Pfeifen begünstigen.
Dazu gehören unter anderem:
- ein nicht vollständig eingesetztes Ohrpassstück oder Schirmchen,
- ein locker sitzendes Schirmchen,
- ein beschädigter Schlauch,
- eine veränderte Passform,
- eine nicht optimal eingestellte Verstärkung,
- ein verstopfter Gehörgang,
- eine Ansammlung von Ohrenschmalz.
So machen Sie es besser
Setzen Sie das Hörgerät zunächst erneut ein und prüfen Sie, ob das Ohrpassstück oder Schirmchen richtig sitzt. Kontrollieren Sie außerdem, ob sichtbare Beschädigungen oder Verschmutzungen vorhanden sind. Bleibt das Pfeifen bestehen, sollte die Ursache fachlich überprüft werden.
Reduzieren Sie die Lautstärke nicht dauerhaft, um das Pfeifen zu unterdrücken. Dadurch kann sich zwar das Geräusch verringern, gleichzeitig gehen jedoch möglicherweise wichtige Sprachinformationen verloren, ohne dass die eigentliche Ursache behoben wird.
Besteht der Verdacht auf eine Ansammlung von Ohrenschmalz, sollte der Gehörgang ärztlich oder durch entsprechend qualifiziertes Fachpersonal untersucht werden. Verzichten Sie auf die Reinigung mit Wattestäbchen, da diese das Ohrenschmalz tiefer in den Gehörgang schieben und Verletzungen verursachen können.
Wir vom Hörstudio Rhein Main helfen Ihnen dabei, die Ursache von Rückkopplungen zu finden und Ihre Hörgeräte bei Bedarf fachgerecht nachzujustieren.
Fehler 9: Die tägliche Reinigung vernachlässigen

Hörgeräte sind täglich Hautfett, Schweiß, Staub, Kosmetik und Ohrenschmalz ausgesetzt. Mit der Zeit können sich dadurch Mikrofonöffnungen, Schirmchen, Ohrpassstücke, Schläuche oder Cerumenfilter verschmutzen.
Schon kleine Ablagerungen können die Funktion der Hörgeräte beeinträchtigen. Das Hörgerät klingt dann möglicherweise leiser oder fällt scheinbar vollständig aus. Häufig liegt in solchen Fällen jedoch kein technischer Defekt vor, sondern lediglich ein verschmutzter Filter oder ein blockierter Schallausgang.
Auch bei der Reinigung ist Vorsicht geboten. Wasser, Alkohol, scharfe Reinigungsmittel oder spitze Gegenstände können empfindliche Bauteile beschädigen. Zudem unterscheiden sich die Pflegehinweise je nach Bauform. Nicht jedes Ohrpassstück oder Ohrteil darf auf die gleiche Weise gereinigt werden.
So machen Sie es besser
Reinigen Sie Ihre Hörgeräte regelmäßig nach den Empfehlungen Ihres Hörakustikers und des Herstellers. In vielen Fällen genügt es, die Hörgeräte nach dem Herausnehmen zunächst mit einem weichen, trockenen Tuch abzuwischen. Ohrpassstücke sollten möglichst direkt nach dem Tragen gereinigt werden, damit Ablagerungen nicht eintrocknen.
Achten Sie dabei besonders auf folgende Bereiche:
- Schallausgänge
- Schirmchen
- Cerumenfilter
- Mikrofonöffnungen
- Belüftungsbohrungen
- dünne Schläuche
- Ohrpassstücke
- Ladekontakte
Verwenden Sie ausschließlich geeignete Reinigungswerkzeuge und Pflegemittel. Gerne erstellen wir Ihnen im Hörstudio Rhein Main einen individuellen Pflegeplan, der auf Ihr Hörgerät und Ihre persönlichen Anforderungen abgestimmt ist.
Fehler 10: Cerumenfilter und Schirmchen nicht rechtzeitig wechseln
Cerumenfilter schützen den Schallausgang des Hörgeräts vor Ohrenschmalz und anderen Verschmutzungen. Mit der Zeit können sie sich zusetzen. Das Hörgerät klingt dann oft deutlich leiser oder scheint gar nicht mehr zu funktionieren.
In solchen Situationen vermuten viele Menschen zunächst eine leere Batterie oder einen technischen Defekt. Häufig ist jedoch lediglich der Cerumenfilter verschmutzt. Umgekehrt werden Filter manchmal nach einem festen Zeitplan gewechselt, obwohl der tatsächliche Wechselbedarf von der individuellen Ohrenschmalzbildung, der Bauform des Hörgeräts und der täglichen Nutzung abhängt.
Auch Schirmchen gehören zu den Verschleißteilen eines Hörgeräts. Sie können sich mit der Zeit verfärben, verhärten, beschädigt werden oder ihren sicheren Halt verlieren. Dadurch können sowohl der Tragekomfort als auch die Hörleistung beeinträchtigt werden.
So machen Sie es besser
Lassen Sie sich zeigen, wie Sie den Cerumenfilter bei Ihrem Hörgerät richtig wechseln und woran Sie erkennen, dass ein Austausch notwendig ist. Verwenden Sie ausschließlich die für Ihr Hörgerät vorgesehenen Ersatzteile und wechseln Sie auch Schirmchen regelmäßig, wenn sie Abnutzungserscheinungen zeigen.
Sind Sie unsicher oder haben Sie den Eindruck, dass ein Schirmchen beschädigt ist oder nicht mehr sicher auf dem Lautsprecher sitzt, sollten Sie das Hörgerät nicht weiter verwenden. So lässt sich vermeiden, dass sich ein loses Teil im Gehörgang löst oder dort zurückbleibt.
Wir vom Hörstudio Rhein Main unterstützen Sie gerne bei der Kontrolle und dem fachgerechten Austausch von Cerumenfiltern und Schirmchen. So bleibt Ihr Hörgerät zuverlässig und hygienisch einsatzbereit.
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